Offizieller Anlaß war diesmal, daß mein Arbeitskollege Christian vor einigen Wochen fragte, ob wir nicht mit zum Aussie-Rules Football Spiel nach Sydney wollten. Da ich Andrea eh versprochen hatte, ihr eine Gratis-Führung durch Sydney zu geben, hatte ich für sie auch gleich ein Ticket mitbestellt. Außerdem schloß sich noch Sven, unser anderer Kollege, samt Freundin an. Zu unserer großen Freude beschloß auch Peter (s.a. Ankunft u. Melbourne-Trip) seinen kleinen Ostküstentrip an diesem Wochenende in Sydney zu beenden und anschließend noch einen kleinen Abstecher zu uns nach Canberra zu machen.
Am Freitag Morgen um 9.00 Uhr ging dann für Andrea und mich der Bus nach Sydney. Gegen eins trafen wir Peter, der morgens mit dem Flieger aus Brisbane gekommen war, in unserem Hostel und machten uns dann gleich auf den Weg zur ersten Attraktion: Darling Harbour. Da ich natürlich auch ein bißchen was Neues sehen wollte, sind wir diesmal in den Chinesischen Garten gegangen. Sehr beeindruckend, eine kleine Insel der Ruhe mitten im lauten Sydney. Ich denk ansonsten sprechen die Bilder für sich. Nach dem Darling Harbour ging es dann natürlich zum Sightseeing-Gegenstand Nr.1 in Sydney, zur Oper! Am Abend haben wir dann noch zu dritt ein paar von den Kneipen abgeklappert, die ich damals mit Jan und Wim schon getestet hatte, und dabei in Peters Geburtstag reingefeiert.
Da ich von meinen letzten Sydney-Trips gewohnt war früh aufzustehen(man will ja normalerweise was sehen), war ich ein wenig überrascht, da meine diesmalige Reisebegleitschaft anscheinend wert darauf legte auszuschlafen, mich störte es nicht :). Gegen Mittag machten wir uns dann auf altbewährter Route durch den Hyde Park in den Botanischen Garten, diesmal allerdings mit Abstechern in kleine Museen und Galerien. Dort nahmen wir u.a. das Government House unter die Lupe.
Danach liefen Peter und ich noch einen Umweg über die Rocks (altes hergerichtetes Stadtviertel), während Andrea direkt ins Hostel zurückging. Da warteten dann schon Sven und Freundin Sarah auf uns, um das Nachtprogramm einzuläuten. Nach einem stärkendem Abendessen trafen wir uns mit ein paar Bekannten von mir, die ich auf einem internationalen Workshop letztes Jahr in Stuttgart kennengelernt hatte. Ich wollte die Jungs eigentlich schon bei meinem ersten Besuch in Sydney treffen, aber das hatte irgendwie nicht geklappt. Umso lustiger wurde es aber diesmal: Dank guten Insiderwissens eben dieser Sydneysider fanden wir einen Club, in dem ein Jug (eine Art Pitcher ca. 1,1 l) nur 8 Australische Dollar kostete (ca. 4,80 €). Nach reichlich Jugs, etwas Tanzen und einem Mitternachtsimbiß zwischendurch, verabschiedeten sich Sven, Sarah und Peter ins Bett, während Andrea und ich mit den Jungs noch ein wenig weiterzogen. Wir waren dann noch in zwei anderen ganz netten Läden, wo ich dann u.a. mit einem der Jungs noch einen Jägermeister (kommt hier wohl gerade ein bißchen in Mode) getrunken hab (allerdings für satte AUD 7,50 also 4,50 € :( !). Ich weiß nicht mehr genau, wann wir ins Bett sind, aber es war spät :).Am Sonntag räumten wir dann mit Ach und Krach um 10 Uhr unsere Zimmer, trafen uns mit Christian, der erst am Sonntag früh nach Sydney gefahren ist, und setzten uns dann in den Hyde Park, um uns bei strahlenden Sonnenschein unserem Katerfrühstück zu widmen. Um eins begann dann das Footie-Spiel Sydney Swans gegen die Carlton Blues.
Einschub: Australien Rules Football
Es gibt in Australien insgesamt drei große Footballarten: Rugby League, Rugby Union und Australien Rules Football. Rugby Union ist glaube ich das, was man auch aus England oder so kennt, also eher das internationale Reglement. League ist dann eine australische, etwas vereinfachtere Variante (wohl ursprünglich für die Arbeiterschicht), während Aussie-Rules Football (auch Footie genannt) eigentlich etwas ganz anderes ist: Gespielt wird hier auf ein riesiges Oval (Länge 150 m, Breite bestimmt auch über 100 m), gepunktet wird nicht, indem man den Ball hinter eine Linie trägt, sondern indem man in durch ein Tor kickt. Dieses besteht aus vier Pfosten, geht ein Ball bzw. Ei durch die Mitte gibt es sechs Punkte, rechts und links nur einen. Der Ball darf nur gefaustet oder gekickt werden und muß außerdem alle 15 m einen Fuß oder den Boden berühren. Außerdem gibt es noch ein paar Regeln, die zum Beispiel verpflichten abzuspielen, wenn man getackelt wird und so das Spiel schnell halten.
Erwähnt werden sollte vielleicht noch das Footie anfangs nur in und um Melbourne gespielt wurde, da allerdings mittlerweile so viel Kohle drinsteckt, es sich auch auf Perth, Adelaide und Sydney ausgeweitet hat. Die beiden Rugby Versionen sind eher in Queensland und New South Wales beheimatet, also hauptsächlich in Sydney und Brisbane.
Wie dem auch sei, das Spiel war echt ganz gut. Zum Glück hat ab dem zweiten Viertel die Sonne auf unseren Platz geschienen, sonst wär es vielleicht ein bißchen kalt geworden, aber so konnten wir uns ein sehr torreiches Spiel (162:100) , in einem schönen Stadion und sogar mit ein wenig Atmosphäre ansehen :).
Abends ging es dann zurück nach Canberra, wo Peter dann in unserem neu eingerichteten Gäste-(ehemals Wohn-)zimmer Andrea ablöste, die nun ihre eigene Wohnung beziehen konnte. Peter ist nach zwei Tagen Sightseeing Mittwochmorgen schon wieder nach Melbourne zurückgeflogen, von wo aus er dann am Sonntag die Rückreise nach Deutschland antritt.Ich denk, ich werde in nächster Zeit versuchen, hier wieder ein wenig Ruhe einkehren zu lassen, jetzt wo ich keine Gäste mehr zu beherbergen habe. Mal gespannt, ob das klappt, wahrscheinlich eher nicht :).

































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